Business Television - Kommunikationsmedium der Zukunft
Business TV am Point of Sale
Prof. Dr. Hagen Backhaus

Daß sich unter dem Dach der Landesinitiative des Landes NRW zum gegenwärtigen Zeitpunkt als nunmehr 5. Schwerpunkt die Business TV-lnitiative konstituiert, ist konsequent, und ist in Bezug auf die Chronologie der Entwicklung der Neuen Medien und ihrer Integration in den einzelwirtschaftlichen Organisationsablauf folgelogisch.

Business TV ist nämlich nicht vom Himmel gefallen, sondern wird als weitere Multimedia-Plattform - durch die fortschreitende Konversion von TV- und Web-Technologie - auf dem Weg der Unternehmung in die Informationsgesellschaft genutzt. Ziel- und Endpunkt dieser Integration der sogenannten Neuen Medien in den Organisationsablauf im Absatzbereich kann nur eine Rationalisierung der Kommunikation sein, denn alle anderen tayloristischen und systemischen Rationalisierungspotentiale müssen gegenwärtig als weitestgehend ausgeschöpft bewertet werden. Business TV ist ein Vehikel dieses Rationalisierungsprozesses.

Vor diesem analytisch-konzeptionellen Hintergrund hat Breeze-TV sein Unternehmenskonzept entwickelt. Die Intention von Breeze-TV ist ähnlich der der privaten Fernsehsender: Nämlich Business mit TV zu machen! Aber das ist eine der wenigen Gemeinsamkeiten mit dem traditionellen TV. Die traditionellen TV-Medien leiden seit längerem unter abnehmender Werbeeffizienz. Mit steigender Anzahl von TV-Kanälen wird zunehmend mehr "Informationsmüll" produziert, d.h. ein immer größerer Anteil der Information findet wegen des an wachsenden Information-Overloads beim potentiellen Rezipienten keinen Empfänger mehr. Als Lösung dieses strukturellen Problems der Werbeeffizienz im Zeitalter neuer Medien sind wir an den Ort der Kaufentscheidungen gegangen, an den Regalplatz. Dort bewerben wir die Produkte am POS, die sich im Sortiment befinden, ebenso wie die Produkte, die für die Zielgruppe - jetzt am POI - interessant sind. Zusätzlich wird in den Zeiten geringer Kundenfrequenz am POS das Medium zur Mitarbeiterschulung eingesetzt, insbesondere um die warenkundliche Kompetenz des Personals zu erhöhen.

Wenn diesem "Business" Restriktionen entgegenstehen, wie z.B. das Medienrecht, die GEMA-Vorschriften oder extrem hohe Übertragungskosten, dann wägen wir von Breeze ab, was angemessen ist - und das heißt vor allem: betriebswirtschaftlich angemessen! - um die gewünschte Information "Just in time" an den Rezeptionsort zu bringen. So ist das POS -TV von Breeze entstanden.

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Voraussetzung für die Optimierung des Systems ist die genaue Erfassung der Kommunikationswirkung (z.B. der Werbewirkung). Das geschieht im Kontext von Breeze -TV mit der Installierung von Scanner-Kassen, über die die Wirkung der Werbung - aber eben auch die der warenkundlichen Kompetenzsteigerung des Abverkaufspersonals - "real-time" gemessen wird. Also: während bei der klassischen TV-Werbung real-time gesendet wird (wobei die Spots natürlich auch vorproduzierte Konserven sind), wird bei Breeze-TV der Abverkauf realtime gemessen. Und um den Abverkauf geht es ja wohl bei dieser Art von Kommunikation!

Natürlich ist in der gegenwärtigen Orientierung Breeze-TV kein TV im klassischen Broadcast-Sinne. Das ist z.B. Internet-TV auch nicht. Sollten aber aktuelle Informationen (z.B. Preise) kommunikationswirtschaftlich bedeutsam sein, so ist Breeze-TV in der Lage, dies über eine spezielle Funktechnologie herzustellen. Das hängt aber von den jeweiligen Gegebenheiten der Unternehmen ab, für die Breeze-TV das POS-System konfiguriert und implementiert.

Auch Interaktivität ist beim POS-TV System von Breeze realisiert. Ab Herbst 1998 werden die Outlets zu speziellen DRTV-Systemen weiterentwickelt, die aus dem POS (Point-of-Sale)-System ein POD (Point of Delivery)-System machen. Das heißt, die Kunden des Outlets können morgens per Knopfdruck Waren bestellen, die nachmittags für sie bereitstehen. Das ist unter bestimmten Voraussetzungen sicher interessanter als Home-Shopping. Und die Nutzung Neuer Medien durch die bestehenden Outlet-Strukturen hat einen wichtigen Zusatzeffekt: sollte der Entwicklung von Home-Shopping nichts pro-aktiv entgegengesetzt werden, dann könnte eine ähnliche Situation entstehen, wie sie vor Jahren durch den Wegfall der Nahversorgung durch die sogenannten "Tante-Emma-Läden" zu konstatieren war. Nicht nur die Standorte der Nahversorgung würden weiter abgebaut - auch die dort stattfindende Quartiers-Kommunikation würde noch weiter reduziert und die Anonymität und Isolation in den Wohnquartieren würde weiter voranschreiten. Eine Entwicklung, die insgesamt bei der Substitution von Face-to-Face-Kommunikation durch Face-to-lnterface-Kommunikation offensichtlich wenig bedacht wird.

Und nun einige Fakten zu Breeze-TV:

Der strategische Partner von Breeze ist die Firma Schlecker, der größte Filialist im Drogeriemarktbereich in Europa. Die Besonderheit dieses Partners liegt in der Nahversorgung. Mit ca. 7.000 Filialen bis zum Ende des Ausbaus von Schlecker-TV in Deutschland am 30. Juli 1998 erreichen wir bundesweit 15 Millionen Kunden pro Woche. Gegenwärtig hat Breeze-TV über 4.000 Filialen mit einer Verkaufsfläche von maximal 200 qm mit durchschnittlich 3 Monitoren ausgestattet, die jetzt 9 Millionen Konsumenten pro Woche und 17.000 Mitarbeiter erreichen. Damit ist Breeze schon jetzt Marktführer von POS-TV in Europa.

Breeze-TV wird von der Landesinitiative media NRW unterstützt. Das POS-TV Projekt hat bisher in NRW über 230 feste Mitarbeiterstellen geschaffen, die mit der Produktion des Programms und der Installation der medialen Infrastruktur befaßt sind. Breeze-TV wird sich zukünftig besonders um die Ausbildung im Bereich Business TV bemühen. Gründungsgespräche mit der Stadt Köln im Zusammenhang mit der Errichtung eines "Qualifikationszentrums Medien" werden zur Zeit geführt.

Kontaktadresse:
Breeze-TV GmbH
z. H. Herrn Backhaus
Hauptstraße 33
50359 Pulheim-Stommeln
Telefon: 02238 - 92 30 31
Telefax: 02238 - 92 30 30

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