| Perspektiven von Business TV | ||
| Ulrich
Bellieno Die Entwicklung von Business TV ist in den USA recht weit gediehen. Hier wird inzwischen mit 150 Anwendern ein jährlicher Umsatz von schätzungsweise 1,3 Milliarden DM generiert, und das in einem breitem Branchenspektrum. In Deutschland wurde 1997 mit 8 Unternehmen, die im originären Sinne BTV betrieben, ca. 80 Mio. DM umgesetzt. Dabei kommt die Hälfte dieser Unternehmen aus dem Finanzdienstleistungsbereich und ein Viertel aus der Automobilbranche. Das gesamte durch BTV-Applikationen erzielbare BTV-Potential liegt nach unseren Berechnungen bei 2,8 Milliarden Mark. Diese Summe wäre erreichbar, wenn alle dafür infrage kommenden Unternehmen die jetzt auf anderen Wegen erzielten Dienstleistungen mittels BTV erbringen würden. Der Löwenanteil daran entfällt auf den Schulungsbereich. Realistisch gesehen, können wir für das Jahr 2000 einen Gesamtumsatz von DM 250 Mio. in Deutschland erwarten. Die sichtbaren Anfänge von Business TV in Deutschland liegen heute in den Bereichen Lernen und Unternehmenskommunikation für die Zielgruppe Mitarbeiter. Dies ist auf Dauer zu eng gefaßt. Es ist sinnvoll, sukzessive auch Lieferanten, Kunden und sonstige Geschäftspartner in den Kommunikationskreislauf mit einzubeziehen. Hier besteht für bestimmte Unternehmen mit eng umschriebener Absatzzielgruppe sogar eine Chance, der immensen Fehlstreuung, die sich zwangsläufig als Begleiterscheinung von Massenkommunikation ergibt, zu entgegnen. Qualitativ ergeben sich nach wie vor erhebliche Lücken zwischen dem externen und internen Auftritt eines Unternehmens. Intern wird meist etwas hausbackener gestrickt. Dies mag daran liegen, daß die Notwendigkeit einer Professionalisierung auch der internen Kommunikation erst allmählich erkannt wird und in den richtigen investieren Kontext gestellt wird. Theoretisch ist zwar vielerorts die Bedeutung von strukturierter Informationsvermittlung als wichtigem Produktionsfaktor des ausgehenden 20. Jahrhunderts bekannt, in der Praxis wird meist aber nicht dementsprechend gehandelt. Dabei sollte Business TV nicht als isolierte Lob Budgetveranstaltung durchgeführt werden, sondern integraler Bestandteil der gesamten Unternehmenskommunikation sein. Durch die Feinabstimmung mit allen anderen eingesetzten Medien und Kommunikationsmitteln erhält Business TV die Chance, zum Kernteil der Unterehmenssteuerung zu werden. Darüber hinaus haben Computer Based Training, Infoterminals und Datenbanken eine ungleich größere Chance, genutzt zu werden, wenn sie durch das aufmerksamkeitsstarke Medium TV promotet werden. Erfolgreiches Business TV ist langfristig auf Dialog angelegt. Eine einseitige Berieselung von oben nach unten generiert Langeweile und führt zu Passivität. Der eigene Mitarbeiter muß in den firmeninternen Kommunikationsprozeß nicht nur als Empfänger, sondern auch als Sender mit eingebunden werden. Fördern kann man das durch den Einbau didaktischer Mechanismen, die von der Hauptebene des Unternehmenskanals durch eine intelligente Nutzerführung über Hyperlinks zu responsefähigen Subebenen führt. Auf dem Wege zur Konvergenz von PC und TV-Welten wäre es im Sinne einer optimalen Synthese ideal, die Anwendungsvielfalt der PC-Technologie mit der Bedienungsfreundlichkeit der TV-Geräte zu kombinieren. Europa wächst zusammen und die Welt wird immer globaler. Eine der Stärken von Business TV ist, daß dezentrale Organisationen kommunikativ zusammengeführt werden können. Für viele Unternehmen, z.B. klassische Markenartikler, wird sich Business TV erst auf europäischer Ebene rechnen. Synchronisation bietet eine- Chance, Sprachbarrieren zu überwinden. International angelegte Magazine fördern das Wissen voneinander. Business TV kann damit auf Firmenebene einen wichtigen Beitrag zur mentalen Integration Europas leisten. Last but not least wird sich Business TV in den Unternehmen langfristig nur erfolgreich durchsetzen, wenn eine Kosten-Nutzen-Relation aufgezeigt werden kann. Hier gilt für die Beweisführung die Formel: Durch TV größere Behaltenschance = besser informiert = höher motiviert = produktiver. Und diese Beweiskette ist an Kennziffern festzumachen, die betriebswirtschaftlich nachvollziehbar sind. Kontaktadresse: Leiter der Niederlassung: Rolf Schmidt-Holtz |