Informationstag "Kommunikationsfernsehen" 
IHK-Akademie - München - 10.12.99
Rede Dr. Otto Wiesheu
Bayerischer Staatsminister für Wirtschaft, Verkehr und Technologie

Inhaltsverzeichnis

I. WANDEL DER ARBEITSWELT                                      

II. KOMMUNIKATIONSFERNSEHEN, WAS IST DAS

III. KOMMUNIKATIONSFERNSEHEN FUR DEN MITTELSTAND

IV. INITIATIVE "KOMMUNIKATIONSFERNSEHEN BAYERN

V. BAYERN EIN TOP IUK-STANDORT                    

Vl. INITIATIVEN UND RAHMENBEDINGUNGEN

Vll. SCHLUß

 

Anrede, 

Herzlich willkommen zum Informationstag "Kommunikationsfernsehen" in München. Besonders freut mich die große Resonanz auf diese von der Mediengesellschaft der 8ayerischen Wirtschaft (mbw) durchgeführte Veranstaltung. Das zeigt, daß die bayerische Wirtschaft- und hier insbesondere kleine und mittlere Unternehmen - die Potentiale der neuen Medien zunehmend erkennt und die Bereitschaft wächst, diese auch im eigenen Betrieb zu nutzen.
Ich danke der mbw und ihren Mitarbeitern für ihren ideellen und persönlichen Einsatz. Ohne sie wäre die Initiative "Kommunikationsfernsehen Bayern" nicht möglich. Sie setzen mit dieser Initiative ein sichtbares Zeichen für den luK-Standort Bayern und machen deutlich, dass in Bayern das richtige Klima herrscht, um die Vision einer informierten und kommunikativen Gesellschaft Realität werden zu lassen.

I. Wandel der Arbeitswelt

Die neuen Informations- und Kommunikationstechnologien (luK Technologien) haben die Bedingungen für unternehmerisches Handeln verändert. IuK-Technologien haben

  • die Entwicklungs-, Produktions- und Distributionszyklen in der Wirtschaft enorm verkürzt,

  • in weiten Bereichen andere Techniken abgelöst und

  • die Abläufe in vielen Lebensbereichen revolutioniert.

 

Diese Entwicklung stellt Großkonzerne und mittelständische Betriebe vor völlig neue Herausforderungen. Der Kommunikationsbedarf in der Wirtschaft wächst ständig. Die gezielte und einfache Vermittlung von Wissen und Informationen wird zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor. Das Kommunikationsfernsehen ist eine wirkungsvolle Ergänzung der im Betrieb bestehenden Informationsmittel wie schwarzes Brett, Mitarbeiterzeitschrift, Konferenzen, Betriebsversammlung, Schulung, Fortbildung.

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II. Kommunikationsfernsehen, was ist das?

Via Kommunikationsfernsehen kann innerhalb des Unternehmens schnell und umfassend informiert und geschult werden. Wie beim Fernsehen werden Informationen für die Mitarbeiter produziert und im Betrieb über Fernsehgeräte oder PC's gesendet. Dieses Medium eröffnet vielfältige Chancen:

  • Mitarbeiter können über die Hierarchiestufen hinweg schnell. zeitgleich und interaktiv informiert werden.

  • Aus und Weiterbildung kann zielgruppengenau und kostengünstig gestaltet werden.

  • Für Journalisten und TV-Dienstleister ergeben sich neue Betätigungsfelder und dadurch neue Beschäftigungschancen.

III. Kommunikationsfernsehen für den Mittelstand

Obwohl das Kommunikationsfernsehen eine effiziente Plattform für die betriebliche Kommunikation und Information ist, steht die Markterschließung erst am Anfang. Gründe dafür sind: 

  • die bislang nicht unerheblichen Produktions- und Übertragungskosten.

  • die Vorbehalte des Mittelstands gegenüber dem "Fernsehen im Büro".

Zur Zeit nutzen vorwiegend Großunternehrnen (z.B. HypoVereinsbank, Allianz, DalmierChrysler) das Kommunikationsfernsehen, um ihre Mitarbeiter zu schulen und zu motivieren. Mit der konzeptionellen und technischen Weiterentwicklung wird das Kommunikationsfernsehen auch für den Mittelstand attraktiv. 

  • Zum einen sorgt die fortschreitende technische Entwicklung für kostengünstige und effiziente Anwendungsformen vor allem im Bereich der Übertragungstechnik.

  • Zum anderen können über die Bildung von Netzwerken auch die Produktionskosten gesenkt werden.

Hier besteht Chancenpotential für mittelständische Unternehmen. Auch sie können mit dem Kommunikationsfernsehen z.B. Schulung bzw. Aus- und Weiterbildung optimieren. 

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IV. Initiative "Kommunikationsfernsehen Bayern" 

Um den Mittelstand gezielt an das Thema Kommunikationsfernsehen heranzuführen, hat die mbw die Initiative "Kommunikationsfernsehen Bayern" ins Leben gerufen. In einem ersten Schritt finden - so wie heute hier in München, der letzten Station -Informationstage in verschiedenen Regionen Bayerns statt. Ziel der Veranstaltungen ist es, 

  • zum einen umfassend über die Anwendungsfelder, Kosten und Nutzen von Kommunikationsfernsehen zu informieren,

  • zum anderen interessierte Mittelständler unter Leitung der mbw in einer Arbeitsgruppe zusammenzuführen, um gemeinsam eine Lösung für den Einsatz von Kommunikationsfernsehen in mittelständischen Betrieben zu erarbeiten.

V. Bayern ein Top luK-Standort

Für die Produktion und Herstellung von Kommunikationsfernsehen bestehen in Bayern beste Voraussetzungen. 

  • Bayern hat leistungsfähige Dienstleister im Bereich Kommunikationsfernsehen (Produzenten, Kameratrainer, Unternehmensberatungen).

  • Bayern ist mit rd. 105 000 Beschäftigten in über 1830 IuK-Unternehmen mit Abstand die bedeutendste luKRegion in Deutschland. Die Region München ist nach dem Londoner Raum der größte Cluster der luKlndustrie.

  • Die Region München ist mit 100.000 Beschäftigten in rd. 6.700 Medienunternehmen Multimediastandort Nr. 1 in Deutschland, vor Berlin und Köln. Das strahlt auf das ganze Land aus.

  • Mit 84,1 % weist der bayerische Mittelstand eine deutlich höhere Internet-Anschlußdichte auf als im Bundesdurchschnitt (77,5%). Auch haben rd. 55 % der in Bayern befragten Unternehmen eine positive Einstellung zum Thema e-Commerce

Das zeigt, daß bayerische Unternehmen bei der Produktion und Nutzung der neuen IuK Techniken in Deutschland die Nase vorn haben.

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Vl. Initiativen und Rahmenbedingungen 

Diese hervorragende Stellung des luK-Standortes Bayern ist in erster Linie Ergebnis der hier angesiedelten erfolgreichen und dynamischen Unternehmen. Die Staatsregierung unterstützt diese erfolgreiche Entwicklung mit geeigneten Initiativen und günstigen Rahmenbedingungen:

1. Im Zuge von BayernOnline wurde der luK-StandQrt Bayern nachhaltig bestärkt. Mit einem Projektvolumen von (über 500 Mio. DM, das zu fast 2/3 von der Privatwirtschaft aufgebracht wurde, konnten 53 Projekte umgesetzt werden. Bei vielen ist die Pilotphase erfolgreich beendet und der Regelbetrieb angelaufen. Besonders erfreulich ist, daß im Umfeld der Projekte in allen Regionen Bayerns weiterführende Initiativen und Projekte entstehen - getragen teils von der Wirtschaft teils von den Kommunen.

2. Beispiel für den Einsatz neuer Medien bei der Fort- und Weiterbildung ist das Projekt "CORNELIA" . Unter  Leitung der Beruflichen Fortbildungszentren der Bayerischen Wirtschaft ist eines der ersten modernen Fernunterrichtsnetzwerke entstanden, Dafür hat das bayerische Wirtschaftsministerium rd. 1,8 Mio. DM an Fördermittel bereitgestellt. Die Vorteile des computergestützten TeleLernens liegen in der freien Gestaltung des Lernprozesses. Der Lernende selbst kann nach den betrieblichen Notwendigkeiten und seinen persönlichen Lerninteressen Zeit, Ort und Dauer der Lernsequenzen bestimmen. Unterstützt wird er dabei von dezentral arbeitenden Dozenten, die Aufgaben stellen, seine Übungen korrigieren und zusätzliche Lernhilfen geben.

3. Im Mai diesen Jahres konnte in einer "private public partnership" das erste Gründerzentrum für Neue Medien in Deutschland in Unterföhring ins Leben gerufen werden. In dem medialen High-Tech-Kreativ Zentrum finden Existenzgründer und junge Unternehmen aus der gesamten Medien- und Telekommunikationsbereich, von Multimedia bis Business-Communication, von Programmproduktion bis zu Netzwerkdienstleistungen Unterstützung.

4. Für den weiteren Ausbau der Spitzenstellung Bayerns im luK -Sektor werden im Rahmen der High-Tech Offensive in den nächsten Jahren 2,65 Mrd. DM eingesetzt. Schwerpunkte bilden hierbei 

  • die geplante Errichtung des Software-Campus in Garching, der anwendungsorientierte Forschergruppen, Unternehmensgründer und Schulungsangebote im Softwarebereich unter einem Dach zusammenfaßt.

  • die Stärkung der regionalen Technologiekompetenz. Für die Umsetzung selbst erarbeiteter Konzepte wird der Regierungsbezirk Oberbayern 50 Mio. DM erhalten. Die Schwerpunkte der Projekte liegen in den Bereichen luK-Technologie, Life Science, Umwelttechnologie und Neue Werkstoffe.

  • die Verbesserung der landesweiten Nutzung der luK-Technologien, z.B. durch den Aufbau einer virtuellen Hochschule auf dem Virtuellen Campus Bayern in Hof.

  • ein Seed-Capital-Fonds und ein Förderprogramm für Gründer im luK-Bereich.

VlI. Schluß

Die Zukunft liegt in den neuen luK-Technologien. Ziel der Bayerischen Staatsregierung ist es, das gesamte Land am technologischen Aufbruch teilhaben zu lassen. Daher unterstützen wir auch die Initiative von mbw, die mittelständischen Unternehmen über die Chancen des Kommunikationsfernsehen zu informieren und sie an die moderne Unternehmenskommunikation heranzuführen.

Ich wünsche dem Kongreß einen erfolgreichen Verlauf.

Dr. Otto Wiesheu

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